Meine “Unterwasserexpedition” ist ein Forschungsprojekt, das versucht, sich den unausgesprochenen Bereichen von Familientraumata und historischem Schweigen mit künstlerischen Mitteln zu nähern. Mit der Metapher eines dunklen Sees, der Tauchausrüstung und Mut zur Erkundung erfordert, verbindet die Spurensammlung intuitive Kunstpraxis mit der Suche nach Zugängen zu schwer greifbaren Aspekten deutscher Nachkriegsfamiliengeschichte.
Künstlerische Forschung kann eigene Wege zu Wissen eröffnen: sie berücksichtigt sowohl die unvorhersagbare Natur kreativer Entdeckung als auch die Erkenntnisse, die entstehen, wenn Kunstpraxis zur Methode für die Auseinandersetzung mit schwierigen Lebensbereichen wird. Dabei nutzt die Expedition Zeichnung, Dialog und performative Ansätze, um zu erkunden, was unter der Oberfläche liegt – ein work in progress, das verborgene Tiefen transgenerationaler Weitergabe von Trauma durch kreative Prozesse in künstlerisches Verstehen zu überführen sucht. Ein Herantasten an verborgene Tiefen, das einen persönlichen Suchprozesses zwischen Dunkelheit und möglichem Verstehen dokumentiert, zwischen dem Unaussprechlichen und dem, was durch Kunst sichtbar werden kann.